Der Deckungsbeitrag

Obwohl der Deckungsbeitrag denkbar einfach zu berechnen ist (von den Erlösen werden die variablen Kosten abgezogen, fertig), haben Studierende immer wieder Probleme mit der Idee des Deckungsbeitrags. Wozu brauchen wir den denn?

Der Deckungsbeitrag macht genau genommen nur Sinn, wenn Sie a) verschiedene Produkte verkaufen und b) eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung durchführen. Beides wird ganz am Anfang des BWL-Studiums nicht unbedingt gemacht, weil man sich auf das Lernen der Grundlagen konzentriert. Also lernen wir:

Deckungsbeitrag = Erlös – variable Kosten

Und so ist es ja auch vom Grundsatz her. Der Betrag, der dabei heraus kommt, steht dem Unternehmen zur Verfügung, um seine fixen Kosten zu bezahlen. Oder zu decken, daher der Begriff ‚Deckungsbeitrag‘: der Beitrag des Produkts / der Produktgruppe zur Deckung der fixen Kosten.

Das ist so ähnlich, wie wenn Sie mit 3 Freunden in eine WG ziehen wollen und nun überlegen, wie teuer Ihre Miete sein darf. Jeder kalkuliert: wieviel Geld habe ich im Monat zur Verfügung, wie viel Geld gebe ich für meine laufenden Verpflichtungen und für mich ganz persönlich aus? Den Überschuss könnten Sie theoretisch für die Miete aufwenden. Sie zählen also Ihre vier individuellen Überschüsse (Deckungsbeiträge) zusammen und wissen jetzt, wie hoch die Miete maximal sein darf.

Deckungsbeitrag WG

Natürlich wollen Sie nicht all Ihr Geld für Miete ausgeben, und wahrscheinlich fänden Sie es auch nicht fair, wenn Karl-Heinz mehr Miete zahlt als Paul, nur weil er einen gut bezahlten Job hat. Deshalb ziehen Sie vermutlich in eine Wohnung, die sich Paul noch leisten kann, und Karl-Heinz gönnt sich zusätzlich einen tollen Urlaub im Jahr, da er noch Geld übrig hat.  Oder Paul könnte in das kleinste Zimmer ziehen und deshalb weniger Miete zahlen. Auch für Unternehmen stellt eine kluge Umlage der Fixkosten auf einzelne Produkte – also die Frage „Wer zahlt wie viel Miete?“ – eine Herausforderung dar, der wir uns bestimmt nochmal widmen werden.

Zunächst stellen wir mal fest: Ihre 4 Einkommen reichen aus für die Kosten, die jeder persönlich hat, für die gemeinsame Miete, und bei einigen bleibt noch Geld übrig; Ihre WG macht also insgesamt Gewinn.

Gewinn = Deckungsbeitrag – fixe Kosten

Was in dem WG-Beispiel unter den Tisch fällt, ist: Einige Ihrer individuellen Kosten sind, wie die gemeinsame Miete, Fixkosten, z.B. der Handyvertrag oder die Studiengebühren. Wir haben also in einer Produktgruppe gar nicht nur variable Produktkosten und fixe Gemeinkosten. Sondern einige Fixkosten können direkt dem Produkt zugeordnet werden. Deshalb werden im Unternehmen mehrere Stufen von Deckungsbeiträgen unterschieden. Das schauen wir uns nächstes Mal an.

Ihre Frau Junge

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