Durch den Advent mit BWL, Tag 19: Forschung & Entwicklung

Kannst du dich noch erinnern, wie es ohne SMS oder WhatsApp war, sich zu verabreden? Wir haben uns ANGERUFEN! Und: Wir waren immer pünktlich am Treffpunkt. Keine schnelles ‚Bin gleich da‘, obwohl man noch zuhause vor dem Spiegel steht. Dasein oder riskieren, dass die Freunde ohne dich um die Häuser ziehen. Allerdings hatte man auch nichts zu tun, wenn man warten musste. Wenn heute jemand schreibt: ‚Bin gleich da‘ kannst du dich gelangweilt selbst fotografieren und deinen Freunden auf Instagram oder Snapchat schon mal erzählen, was du gleich vorhast.

Die Welt verändert sich, unser Konsumverhalten verändert sich, die Produkte verändern sich. Neue technologische Entwicklungen ersetzen alte Techniken. Videos werden jetzt gestreamt, riesige DVD-Sammlungen, früher unser ganzer Stolz, sind heute nostalgische Platzverschwendung. Unternehmen treiben diese Entwicklungen aktiv voran oder sie re-agieren darauf mit Anpassungen ihres Angebots. Auf die eine oder andere Art muss sich jedes Unternehmen hin und wieder damit beschäftigen, neue Produkte zu entwickeln oder seine Prozesse zu verbessern. Der Bereich, der sich im Unternehmen damit beschäftigt, ist die Abteilung Forschung & Entwicklung (kurz: F&E), auch gern mit ihrem englischen Namen benannt: R&D, Research & Development.

Forschung

Unter Forschung verstehen wir das systematische Sammeln von Daten zur Informationsgewinnung, ihre Interpretation und das Generieren von neuem Wissen. Häufig wird dabei die Grundlagenforschung von der Angewandten Forschung unterschieden. Grundlagenforschung findet in der Regel in den Universitäten statt, weniger in Unternehmen, da sie sich noch kaum um die Anwendung von neuer Erkenntnissen kümmert. Es geht eher darum, grundlegende Fragen des Lebens und der Welt zu beantworten. Wenn Unternehmen forschen oder Forschung finanzieren, dann handelt es sich meist um angewandte Forschung mit dem Ziel, Anwendungsgebiete für Erkenntnisse zu finden, die in der Grundlagenforschung gewonnen wurden.

Technologie-Unternehmen, Pharmakonzerne, die Lebensmittelindustrie oder die so genannte ‚grüne‘ Agrartechnik sind typische Beispiele für sehr forschungsintensive Branchen. Um z.B. neue Medikamente entwickeln zu können, muss man eine Krankheit umfassend verstehen.

Entwicklung

Die Entwicklung von Produkten erfolgt häufig auf der Basis von Forschungsergebnissen. So werden basierend auf den Erkenntnissen der Genforschung mittlerweile individuelle Krebsmedikamente für Patienten entwickelt. Woanders testen Mediziner künstliche Herzen, um bei Transplantationen nicht mehr auf Spenden von Verstorbenen angewiesen zu sein. Dafür sind umfangreiche Tests nötig, denn was theoretisch möglich ist, muss in der Praxis noch lange nicht funktionieren. Und wenn es funktioniert, muss man einen Weg finden, das Produkt so herzustellen, dass es für den Kunden bezahlbar wird.

Auch weniger forschungsintensive Branchen entwickeln neue Produkte: Eine Hochschule entwickelt einen neuen Studiengang, ein Tischler entwickelt eine neue Bauart für einen Schreibtisch, ein Programmierer entwickelt mit Freunden eine App. Entwicklung findet also in fast jedem Unternehmen statt, auch wenn es nicht immer eine entsprechende Abteilung dafür gibt.

Wie viel Forschung und Entwicklung in einem Unternehmen stattfindet, hat mit den strategischen Entscheidungen zu tun. Ein Technologie-Unternehmen, das sich als innovativer Qualitätsführer positionieren will, muss selbst forschen oder zumindest sehr eng mit Wissenschaftlern zusammenarbeiten. Die finanziellen Belastungen werden über die Chancen als ‚First Mover‘ wieder reingeholt. Dagegen kann ein Lebensmittelkonzern, der auf Me-too-Produkte und Niedrigpreise setzt, seine Kosten auch durch den Verzicht auf aufwendige F&E reduzieren.

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