Durch den Advent mit BWL, Tag 17: Grundlegende Organisationsformen

Aus den beiden grundsätzlich möglichen Arten sich zu spezialisieren, nämlich nach Tätigkeiten oder Objekten, gehen im Unternehmen zwei grundlegende Organisationsformen hervor: die funktionale Organisationsstruktur und die divisionale Organisationsstruktur, auch Spartenstruktur genannt. Das sind bei weitem nicht die einzigen Möglichkeiten, ein Unternehmen aufzubauen, aber es sind die beiden Möglichkeiten, die sich sehr natürlich entwickeln und die Basis für alle anderen Formen bilden.

Nachdem die Gesamtaufgabe auf die verschiedenen Personen aufgeteilt wurde und auf diese Art Stellen entstanden sind, fassen wir, sobald unser Unternehmen wächst und die Zahl der Stellen zunimmt, die Stellen sinnvoll zu Abteilungen zusammen. Diese ‚sinnvolle‘ Zusammenfassung ist nach denselben Prinzipien möglich wie die Arbeitsteilung selbst:

  • Entweder fassen wir alle Stellen zusammen, die mit derselben Funktion zu tun haben, also alle Marketingstellen zur Marketingabteilung, alle kaufmännischen Stellen zur Finanzabteilung, alle mit Produktion beschäftigten Stellen zur Abteilung Produktion usw. Dann entsteht eine funktionale Struktur.
  • Oder wir fassen alle Stellen zusammen, die mit demselben Objekt beschäftigt sind. Ein Automobilhersteller könnte z.B. Klein- Mittelklasse- und Oberklassewagen zu jeweils einer Abteilung machen. In der Abteilung Mittelklassewagen gäbe es dann alle Funktionen, die man dafür braucht: Einkäufer, Ingenieure, Produktionsleiter, Marketingleute, HRler usw., ebenso in den anderen beiden Abteilungen Kleinwagen und Oberklassewagen. Diese Groß-Abteilungen heißen Sparten oder Divisionen.

Funktionale Organisation

Die funktionale Organisation erlaubt die Spezialisierung auf einzelne Funktionen, die Abteilungen sind in sich sehr gut zu führen, da alle KollegInnen einen ähnlichen fachlichen Hintergrund haben und dieselbe Sprache sprechen. Der Koordinationsaufwand über die Abteilungen hinweg ist jedoch sehr hoch, da ein Produkt ja nicht nur vermarktet, sondern vorher auch entwickelt und produziert werden muss. Der Informationsfluss aus einer Abteilung in die andere muss daher gut gesteuert werden, sonst fördert die funktionale Organisation ein Silodenken, bei dem jede Funktion glaubt, ihre Aufgabe sei die allerwichtigste. Für kleinere Unternehmen mit einer überschaubaren Produktpalette, die sich an ähnliche Kundengruppen richtet, ist die funktionale Organisation aufgrund ihrer Schlankheit und guten Führbarkeit aber völlig ausreichen.

Divisionale Organisation

Unterscheiden sich die Produkte und / oder die Märkte eines Unternehmens sehr stark voneinander, kann der abteilungsübergreifende Koordinationsaufwand in der funktionalen Organisation zu hoch werden. Dann wechseln viele Unternehmen in die divisionale Struktur und fassen die Funktionsstellen nach ihren Produktgruppen oder Zielmärkten zusammen. Auf diese Art braucht über die verschiedenen Sparten hinweg kaum noch kommuniziert zu werden. Eine Sparte ist quasi ein Unternehmen im Unternehmen und funktioniert weitgehend unabhängig von den anderen Sparten. Natürlich liegt gerade darin die Gefahr, wenn z.B. Spartenleiter nur noch auf ihren eigenen Erfolg schauen und nicht mehr darauf, ob es dem ganzen Unternehmen gut geht. Die divisionale Struktur erhöht den Personalbedarf unter Umständen drastisch, da wir ja jetzt nicht mehr einen Marketingleiter für das ganze Unternehmen brauchen, sondern in jeder Sparte einen. Und das gilt für alle Funktionen. Der Koordinationsaufwand innerhalb der Abteilungen erhöht sich außerdem, da jetzt Menschen mit ganz verschiedenen Jobs zusammenarbeiten und viel mehr, verschiedenartige Aufgaben erfüllen. Für das Controlling ist die Spartenorganisation handlicher als die funktionale Organisation, da die Zuordnung von Kosten zu Kostenträgern deutlich einfacher fällt als in der funktionalen Struktur.

Aufgabe: Besuche einige Unternehmenswebseiten und such nach Informationen zur Struktur des Unternehmens. Vielleicht gibt es sogar ein Organigramm, in dem die Struktur dargestellt wird. Was sagt dir das Organigramm über die Arbeit des Unternehmens? In welcher Sektion der Webseite präsentiert das Unternehmen diese Informationen?

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