Durch den Advent mit BWL, Tag 16: Arbeitsteilung

Wir haben Betriebe definiert als Wirtschaftseinheiten, die Güter für Dritte herstellen und das auch damit begründet, dass kaum jemand von uns in der Lage, alles herzustellen, was wir zur Befriedigung unserer vielen, verschiedenen Bedürfnisse brauchen. Jeder Betrieb deckt einen bestimmten Teil der Versorgung ab. Innerhalb der Gesellschaft wird also die Arbeit, die gemacht werden muss, geteilt. Ein Betrieb stellt Nahrungsmittel her, einer versorgt die Kranken, einer führt Filme vor etc. pp.

Arbeitsteilung gibt es aber nicht nur zwischen den Betrieben, sondern auch innerhalb der Betriebe. Stell dir mal vor, an deiner Uni würde jeder alles unterrichten! Es macht schon Sinn, dass jeder sich auf das konzentriert, worin er gut ist. So wird man nämlich noch besser, man lernt, macht weniger Fehler, entwickelt Routine und findet vielleicht sogar ganz neue Wege, seinen Job noch besser zu machen. Ab und zu mal eine neue Aufgabe zu übernehmen um sich weiterzuentwickeln, Neues zu lernen oder Routinen zu unterbrechen, ist etwas ganz Anderes und kann gezielt genutzt werden, um die – zweifellos vorhandenen – Nachteile zu starker Arbeitsteilung auszugleichen.

Erst die Arbeitsteilung erlaubt es Mitarbeitern, sich zu spezialisieren und Experten auf ihrem Gebiet zu werden. Durch die verbesserten Abläufe erhöhen sich die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens und die Zufriedenheit der Kunden. Damit die Arbeitsteilung aber wirklich zu zufriedenen Kunden führt, müssen die Menschen, die sich die Gesamtaufgabe teilen, koordiniert werden. Damit nicht am Ende zwar jeder sein Fach unterrichtet, aber nur dann, wenn er Lust hat, oder alle gleichzeitig im Audimax stehen. Durch die Arbeitsteilung entstehen neue Aufgaben in der Organisation des Unternehmens. Wenn mehr organisiert werden muss, braucht das Zeit und Personal, kostet also Geld. Organisation ist daher auch ein ständiges Ausloten, wie viel Arbeitsteilung optimal ist für ein Unternehmen.

Formen der Spezialisierung

Grundsätzlich haben Unternehmen zwei Möglichkeiten, die Arbeit aufzuteilen: Nach Tätigkeit oder Objekten. Wenn du dich mit drei Freunden selbständig machst, ihr gründet zum Beispiel einen Nachhilfe-Service für BWL-Studierende, dann könnt ihr grundsätzlich natürlich sagen: Jeder ist für alles verantwortlich und macht auch alles. Das kann funktionieren, wenn man das wirklich gut organisiert, aber da geht’s schon los: Wessen Verantwortung wäre denn die Organisation? Vermutlich beschließt ihr also, euch die Arbeit zu teilen. Aber wie entscheidet ihr, wer was macht?

  1. Nach Tätigkeiten: Ihr überlegt, was alles gemacht werden muss, z.B.: Eine Webseite bauen, Kunden finden, Preise kalkulieren, sich um die Anmeldung beim Gewerbeamt und beim Finanzamt kümmern, Termine mit Kunden machen, Einsatz der Nachhilfelehrer planen, Nachhilfe geben, Rechnungen schrieben, Buchführen, Steuererklärung machen, neue Marketingideen entwickeln und umsetze etc. etc. Nun würdet ihr überlegen, wer was davon gut kann. Und dann hättet ihr vermutlich folgende (oder ähnliche) Rollen besetzt: Kaufmännische Aufgaben, Marketing, Stundenplanung, Nachhilfe geben. Das heißt nicht, dass ihr euch nicht gegenseitig helft, aber für jeden Funktionsbereich gibt es einen, der verantwortlich ist. Das nennen wir Arbeitsteilung nach Verrichtungen, Tätigkeiten oder Funktionen.
  2. Nach Objekten: Eine andere Herangehensweise wäre zu überlegen, welche Fächer ihr abdecken wollt, nehmen wir beispielsweise: BWL, ReWe, Statistik, Organisation. Jetzt könntet ihr jedem Gründer einen Fachbereich zuordnen, für den er verantwortlich ist. Innerhalb dieses Fachbereichs müsste er sich dann um Kunden kümmern, um die Betreuung und den Einsatz der Nachhilfelehrer, um die Rechnung, Zahlungseingänge kontrollieren etc. Natürlich braucht ihr dann auch noch eine Person, die dafür verantwortlich ist, am Jahresende alle Zahlen zusammenzuführen, aber zunächst einmal kümmert sich jeder um alle Aufgaben, die in seinem Fachbereich anfallen. Das nennen wir Arbeitsteilung nach Objekten. Objekte können alles Mögliche sein: Produkte, Produktbereiche, Regionen, Kundengruppen etc.

Je nach dem, welchem Prinzip ihr bei der Arbeitsteilung folgt, entstehen unterschiedliche Organisationsformen, nämlich die funktionale und die divisionale Organisation. Aber damit beschäftigen wir uns morgen.

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