Durch den Advent mit BWL, Tag 14: Read the classics

Nicht alle, die sich für ein Hochschulstudium entscheiden, tun das aus wissenschaftlicher Neugier. Viele studieren eher, weil eine große Zahl von Berufen, die mit Wissenschaft recht wenig zu tun haben, mittlerweile an den Hochschulen ausgebildet werden. Und obwohl eigentlich jeder von wissenschaftlichem Arbeiten profitiert, schon allein, weil er lernt, kritischer mit Informationen umzugehen, ist gerade das wissenschaftliche Arbeiten für viele eine Herausforderung. Heute kombinieren wir deshalb BWL lernen und wissenschaftliches Arbeiten.

Eine der ersten Regeln, die du lernen solltest, ist: Lies die Originalquelle! Ein gutes Lehrbuch ist unersetzlich, weil es Überblick verschafft, Modelle verständlich erklärt und in den Wissenskanon einordnet. Aber jeder noch so gute Autor nimmt dafür unzählige Interpretationen an dem Material vor, über das er schreibt. Wenn du also wissen willst, was ein Wissenschaftler wirklich in seinen Studien herausgefunden hat, oder wie er sein Modell ursprünglich begründet hat, dann kommst du nicht darum herum, auch mal eine Originalquelle zu lesen. Das heißt – zum Glück! – nicht immer, sich durch seitenlange wissenschaftliche Abhandlungen zu quälen. Es gibt eine ganze Reihe guter Journale, in denen die wissenschaftliche Debatte durchaus lesenswert aufbereitet ist. Andererseits solltest du aber wirklich auch mal Studien lesen, so lernst du nämlich, wie man’s macht.

Porters 5 Forces

Wer sich mit Unternehmensstrategien beschäftigt, kommt um einen Namen nicht herum: Michael Porter. Selbst wenn man in nichts mit ihm einverstanden ist, muss man ihn kennen, weil er das Strategische Management, so wie es heute ist, begründet hat. Für mich gehört er zu den wichtigsten Management-Autoren im anglo-amerikanischen Raum. Aber ich bin auch biased, da ich a) total verknallt in Strategisches Management bin und b) meine Masterarbeit über eine von Porters Theorien geschrieben habe.

Mach dir selbst ein Bild: Hier findest du den Text, in dem Porter 1979 die Branchenstrukturanalyse das erste Mal vorgestellt hat.

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Sprachkenntnisse

Um die Originalquellen lesen zu können, müssen wir die Sprachen lernen, in denen über unser Fach geschrieben wird. Im Management ist das nicht so schlimm, da viele auf Englisch publizieren, selbst wenn das nicht ihre Muttersprache ist. Das heißt aber auch, dass man häufig nur liest, was von amerikanischen Journalen publiziert wurde, und das ist ein Filter, der viele (kapitalismus)kritische Managementansätze, unkonventionelle Ideen oder qualitative Forschung gar nicht erst in unser Bewusstsein dringen lässt. Es lohnt sich daher durchaus, auch mal in andere Sprach- und Kulturräume zu schauen, zum Beispiel innerhalb Europas.

Viel Spaß!

 

Foto: By World Economic Forum from Cologny, Switzerland (Michael Porter) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

2 Gedanken zu „Durch den Advent mit BWL, Tag 14: Read the classics

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